Markthalle Stuttgart

Im Auftrag König Wilhelms I. wurde Mitte des 19. Jahrhunderts die erste Markthalle als Eisenkonstruktion mit Glasdach erbaut. Sie sollte den Marktfrauen Schutz vor der Witterung bieten. Die alte Halle war jedoch schon nach einigen Jahrzehnten zu klein geworden, und so plante man einen Neubau an selber Stelle. Es wurde unter anderem ein Entwurf eingereicht, der einer Art Gemüse-Pantheon gleichkam. Doch dieser römische Bau mit großem Kuppeldach war dem Preisgericht seinerzeit viel zu gewagt. Daher beauftragte man Martin Elsaesser mit seinem Entwurf einer Halle im Jugendstil, die in den oberen Geschossen Räumlichkeiten für die städtischen Kanzleien vorsah, damit sich der Bau auch ja rechnete. 1914 wurde das neue Gebäude hinter dem Alten Schloss schließlich eingeweiht. 38 Stände bieten auf 3.500 Quadratmetern ihre Waren an. In den 1990er-Jahren vergrößerte sich die Verkaufsfläche der Halle noch einmal deutlich. Im ersten Obergeschoss eröffneten ein Restaurant und ein Geschäft das Gartenzubehör, Schmuck, Kosmetik und Wohnaccessoires anbietet. 1971 wurde mit dem Gedanken gespielt die Markthalle „aus wirtschaftlichen Gründen“ abzureißen. Dies wurde mit nur einer Stimme Mehrheit im Gemeinderat verhindert. Ein Glück für Stuttgart, gilt sie doch als eine der schönsten Markthallen Deutschlands.